Schmerztherapie
Was sind chronische Schmerzen?
Chronische Schmerzen sind Schmerzen, die länger als 3-6 Monate anhalten oder wiederkehren und ihre ursprüngliche Warnfunktion verloren haben. Sie gelten als eigenständige Krankheit, die bestehen bleibt auch wenn die körperliche Ursache geheilt ist.
Wie entstehen chronische Schmerzen?
Sie sind Ausdruck einer Überempfindlichkeit des Nervensystems, durch das Schmerzgedächtnis (Sensibilisierung), oft kombiniert mit psychosoziale Faktoren (Stress, Depressionen).
Zitate zum Thema Schmerz:
Wer Schmerz erlitten hat, erinnert seiner sich. (Marcus Tullius Cicero; 106-43 v.Chr.)
Macht nicht unerträglich den Schmerz durch ewige Klagen. (Sophokles; um 497-405 v.Chr.)
Man klagt so sehr bei jedem Schmerz und freut sich so selten, wenn man keine[n] fühlt. (Georg Chrirstoph Lichtenberg; 1742-1799)
"Schmerzen sind nicht schlimm", meinte der Philosoph, "so lange du sie ertragen kannst, weißt du zumindest eines: dass du noch lebst!"(Wolfgang J. Reus; 1959-2006)
"Schmerz ist ein Hilfeschrei des Körpers und/oder der Seele." (Helga Schäferling; 1957)

Behandlung von chronischen Schmerzen
Ziel der Behandlung ist es, die Schmerzintensität zu senken, die Lebensqualität zu verbessern und den Alltag trotz Schmerzen zu bewältigen. Eine "Heilung" ist oft nicht möglich.
1) Schmerzgedächtnis zu durchbrechen
2) Selbsthilfe durch aktive Teilnahme durch Entspannungsübungen oder Ernährungsumstellung.
Hauptsäulen der Therapie:
Kombination aus medikamentöser Behandlung, Physiotherapie (Anleitung zu Eigenübungen), Anwenden von Entspannungstechniken, psychologische Unterstützung (Verhaltenstherapie zur Schmerzbewältigung, Biofeedback) und komplementäre Behandlungsmethoden (Akupunktur, TENS Gerät, Aromatherapie, Yoga, Wärmebehandlungen...
Folgen der Schmerzen
1) Körperliche Folgen: Schlafstörungen, chronische Müdigkeit, Appetitmangel, verminderte Beweglichkeit, Bluthochdruck.
2) Neurologische Folgen: Entwicklung des Schmerzgedächtnisses, so dass Nervenzellen überempfindlich reagieren und Schmerzempfindung unabhängig von der ursprünglichen Ursache produzieren.
3) Einschränkungen im Alltag, der Selbstständigkeit und Aufgabe von Hobbies.
4) Rückzug aus dem sozialen Leben, Probleme in der Partnerschaft, Arbeitsunfähigkeit, Arbeitsplatzverlust bis hin zur Frühberentung
5) häufig begleitet von Depressionen, Angststörungen, Reizbarkeit, Verzweiflung, Lebensmüdigkeit.